Verdammt noch eins!
Manchmal ist das Leben Tag und Nacht zu viert auf engstem Raum einfach nur anstrengend.
Da hilft auch ein- und ausatmen nicht. Egal wie lange man sich im Kreis dreht und die Himmelsrichtungen, eine nach der anderen, wütend anpustet.

Einer von uns reicht, der mit dem falschen Fuß zuerst aus dem Camper gestiegen ist und schon ist die Familienidylle aus dem Gleichgewicht.
Einer schreit unverständliches Zeug, der andere schluchzt scheinbar seinem Schnuller hinterher und ich werde innerlich immer nervöser und drohe zu platzen. Ich versteh nur noch Chinesisch!
Blöd, dass wir ausgewachsenen Ärgerlinge im besten Fall drüber stehen müssten, egal welchen Ausmaß die Krise mal wieder angenommen hat.
Klappt natürlich nicht immer, denn bei solchen Herausforderungen ist das Immunsystem der Seele gefragt. Und an dem lässt es sich wohl ein Leben lang arbeiten.

Ich hab mich informiert und herausgefunden, dass man das ganze im Fachjargon Resilienz schimpft. Dabei geht es um die Fähigkeit, selbst in blöden Situationen, in Zeiten von Stress, Trauer oder Wut, immer wieder aufstehen zu können.
Es bedeutet fähig zu sein, Herausforderungen zu erkennen und einen guten Weg hinauszufinden, vielleicht sogar gestärkt aus einem Krise-Loch empor zu klettern.
Sicher ist es weder möglich noch nötig euch gänzlich vor negativen Erfahrungen zu schützen, aber wir könnten uns mit einer Vielfalt von Ressourcen ausstatten die uns an solchen Tagen stärken.
Erstmal könnten wir versuchen zu verstehen, was wir fühlen. Ist das nun Wut oder Trauer, Angst oder Stress?
Wo kommt das Gefühl her und wie fühlt sich das an? Tut der Bauch dabei weh oder kribbelt es in den Fingern?
Tja und wenn das Gefühl erst einmal erfolgreich identifiziert wurde, wohin jetzt damit?
Am besten was Konstruktives:
Wir stampfen mit den Füßen, weinen, schreien wenn nötig oder verhauen ein Kissen. Bloß raus damit!
Auch wenn das in mir meist den größten Stress auslöst wenn ihr Mäuse den Lautstärkepegel auf „sprengen“ stellt – es sollte ok sein die Gefühle zu äußern.
Aber manchmal hilft es auch einfach die Klappe zu halten und auf Abstand zu gehen. Den kreativen Werkzeugkoffer auszupacken und gemeinsam was zu schaffen.

Wie neulich als ein Tag, der müde und gereizt gestartet ist mit der Freude über ein selbstgebautes Mobile aus angemaltem Treibholz und Steinen enden konnte. Alle waren wie irre stolz auf das Ergebnis, nichts hätte die Stimmung drüben können.
Emotionale Bewältigungsstrategien bewirken Wunder und schaffen das Gefühl von Selbstwirksamkeit.
Ich schätze aber die Beziehung die wir zueinander haben ist wohl das grundlegendste Element für unsere seelische Immunabwehr. Wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, dem anderen seine Gefühle lassen und zusammen versuchen die Probleme zu lösen die der ein oder andere eben grade mal hat, sollte es schon klappen mit dem Chinesisch.
Denn wie ich vor kurzem gelernt habe, besteht das Chinesische Wort „Krise“ geschrieben aus der Zusammensetzung zweier Worte: Gefahr und Chance.
Also nutzen wir möglichst oft die Chance zu wachsen und ein gesundes Rangehen an Herausforderungen zu entwickeln, auch wenn sich das auf ein ganzes Leben erstreckt. Denn auch tolle Ideen und erstrebenswerte Ideale und Wissen sind die eine Sache- das tägliche Leben ist eine ganz andere.
Da möchte ich gern mal Mäuschen sein und miterleben wie ihr die Krisen so meistert. Sicherlich könnte ich da so einiges lernen 😊. Das ihr es schafft zeigen mir die schönen und entspannten Telefonate die wir miteinander führen. Ich freue mich sehr für Euch, dass ihr die Erfahrungen machen könnt und gemeinsam als Familie die „Krisen“ meistert. Macht weiter so und genießt die Zeit. Wir sind in Gedanken immer bei Euch. Mama
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